Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Kai Wegner, sagte in seinem Grußwort am 44. Tag der offenen Tür der Polizei Berlin in der Polizeiakademie: „Wir sollen unsere Berliner Polizei feiern, denn die haben das richtig verdient.“. Im Hinblick auf die gute Zusammenarbeit zwischen ihm und Iris Spranger, der Senatorin für Inneres, Digitalisierung und Sport, fügte er hinzu: „Zwischen uns beiden passt kein Blatt.“ Für Wegner ist die Berliner Polizei sowohl Bürgerpolizei als auch Hauptstadtpolizei mit den größten Herausforderungen.
Über die Berliner Polizei sagte Wegner: „Mit der Berliner Polizei kann man lachen, kann man Spaß haben, aber wer unsere Polizei angreift, sie beschimpft oder Hass und Hitze gegen unsere Polizeikräfte sät, wird mit unserer Polizei keinen Spaß haben und das ist auch gut so. Die Innensenatorin und ich wollen unserer Polizei den größten Rückhalt geben. Über 80% der Bürger vertrauen unserer Polizei und ich wünsche mir, dass es 95% werden. Unsere Polizei verdient diesen Rückhalt. Sie leisten tagtäglich Großartiges für unsere Sicherheit, ja für unsere Freiheit, für die Art, wie wir in unserer Stadt leben und für mich ist es wichtig, dass wir unseren Kräften Vertrauen schenken und ich tue es aus tiefer Überzeugung. Wir haben in den letzten zweieinhalb Jahren unser Polizeigesetz verschärft und unser Berliner Polizeigesetz ist das konsequenteste in ganz Deutschland. Wir als Hauptstadt haben Demonstrationsgeschehen, das es so nicht in ganz Deutschland gibt. Ich bin den Einsatzkräften dankbar, dass sie die Demonstrationen schützen und begleiten. Das Demonstrationsrecht ist ein hohes Gut und das gehört auch zu unserer Demokratie, zu unserer Freiheit. Berlin ist die Stadt der Freiheit, der Vielfalt, der Toleranz und der Offenheit, aber meine Toleranz endet dort, wo unsere Toleranz mit Füßen getreten wird. Die ersten, die das meistens abbekommen, sind die Einsatzkräfte der Polizei, die angegriffen werden, beschimpft werden, mit Steinen beschmissen werden, und ich kann ihnen nur sagen: „Sie haben meinen vollen Rückhalt bei Ihren Einsatzlagen und wenn es mal nötig ist, robust gegen solche Straftaten vorzugehen, dann sollen Sie das auch tun. Da haben Sie meine volle Unterstützung. Ich empfehle den Jugendlichen, sich mit der Polizei auseinanderzusetzen, wir brauchen viele Frauen und Männer in Uniform, auch in Zivil.“ Kai Wegner bedankte sich bei der Polizeipräsidentin, Frau Slowik, und bei den Organisatoren des Festes.
Kai Wegner unternahm auch einen Rundgang durch die Polizeiakademie, wo er spannende Einblicke in den Arbeitsalltag der Berliner Polizei erhielt und ein paar Vorführungen erlebte, wie z. B. einen spektakulären Einsatz des Spezialeinsatzkommandos (SEK) mit ihren Diensthunden und der Wasserschutzpolizei Berlin. Die Polizeiabteilungen und -dienststellen stellten ihre Fähigkeiten unter Beweis und zeigten ihre Aufgaben: Verkehr, Opferschutz und Seniorensicherheit, Schutz vor Einbruch, Autodieben, Alkohol und Drogen, „Brennpunktarbeit“, Landeskriminalamt, Einsatzlagen und Einsatzmittel, Polizei als Arbeitgeber, Ausbildung und Studium. Die Berliner Polizei braucht dringend Nachwuchs, deswegen macht sie viel Werbung für sich als Arbeitgeber. Der Einstieg in den Polizeivollzug ist von 16 bis 41 Jahren möglich. Es gab auch viele erlebnisreiche Aktivitäten für die Kinder: Spielen, Basteln und Geschenke. Neben der Polizei haben auch z. B. der Zoll, die AWO (Seniorennetz Berlin), die Gewerkschaft der Polizei, Zentrum für Berufsethik und Reflexion und die Mitarbeiter des Justizvollzuges teilgenommen.
Am Rande dieses Festes der Berliner Polizei hatte die Berliner Kriminalitätszeitung die Möglichkeit, das folgende kurze Interview mit der Polizeipräsidentin Frau Barbara Slowik zu führen:
BKZ: Frau Slowik, was wünschen Sie sich als Behördenleiterin, von der Politik?
Slowik: Ich wünsche mir von der Politik vor allem Rückhalt für die Polizei, natürlich immer mit differenziertem Blick. Wenn etwas nicht gelingt, wenn etwas nicht gut gearbeitet ist, dann ist Kritik natürlich erforderlich, aber ansonsten ist Rückhalt wichtig für unsere Kolleginnen und Kollegen. Und natürlich brauchen wir eine optimale Ausstattung, um sicher zu sein, das kostet Geld und wir brauchen Digitalisierung. Das ist von zentralerer Bedeutung. Wenn wir weniger Menschen werden, auch Nachwuchskräfte weniger werden, brauchen wir mehr Technologie und mehr Digitalisierung in der Polizei Berlin.
BKZ: Wie akut ist die Situation der Berliner Polizei in den Punkten, die Sie gerade erwähnt haben?
Slowik: Wir sind in der Nachwuchsbildung sehr stark, wir unternehmen ganz vieles. Aber dennoch ist es natürlich immer schwieriger – wie in allen Branchen – gutgeeigneten Nachwuchs zu finden, das ist durchaus schwierig. Der Haushalt ist soweit auskömmlich. Die Politik hat vieles für uns getan. Aber natürlich gerade im Bereich Digitalisierung kostet es zu viel Geld, Lizenzen kosten viel Geld und wir brauchen durchaus Unterstützung.
Der Beitrag wurde von Mag. phil. Nader Mohamed aufgenommen, geschrieben
und von Kirsten Mische revidiert.

Der Regierende Bürgermeister von Berlin Kai Wegner, Die Polizeipräsidentin von Berlin Barbara Slowik und die Senatorin für Inneres, Digitalisierung und Sport, Iris Spranger






Spezialeinsatzkommando (SEK)




AWO (Seniorennetz Berlin)

Zentrum für Berufsethik und Reflexion, die Präsidentin der PolizeiakademieTanja Knapp


Landesstelle Digitalfunk BOS Berlin

Zollfahndungsamt: Gemeinsame Ermittlungsgruppe Zigaretten (GEZig)


Hauptzollamt Berlin: Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS)


