Auf der Pressekonferenz zur Open-Air-Ausstellungaus Anlass des 65. Jahrestags des Berliner Mauerbaus am Brandenburger Tor am nördlichen Teil des Platzes des 18. März, 10117 Berlin hat am 12.08.2026 der Staatsminister für Kultur und Medien, Dr. Wolfram Weimer, in Anwesenheit vom Regierenden Bürgermeister von Berlin Kai Wegner, dem Direktor der Stiftung Berliner Mauer, Professor Dr. Axel Klausmeier, dem Geschäftsführer der Kulturprojekte Berlin, Moritz van Dülmen, und der Leiterin Ausstellungen und Veranstaltungen der Kulturprojekte Berlin, Simone Leimbach die folgende Rede gehalten:
„Herzlich willkommen an allen vor allen an die Zeitzeugen. Sie ist die Heldin des Tages, und sie verkörpert ganz viel von dem, was wir hier eigentlich würdigen, ehren und sichtbar machen wollen. Der 13. August 1961, ich habe eben mal nachgeguckt den alten Wetterdaten. Der war ein sonniger Tag. Es wird ab morgen so ein paar Schauer. Er war 10 Grad kühler als heute Und es hätte ein schöner Tag werden können. Ein wirklich schöner Sommertag in Berlin. Und es wurde der Tag, an dem die Mauer gebaut wurde, an dem Berlin zerrissen wurde, an dem die tiefe Wunde und der Schnitt durch Deutschland, kam, begann und unter dem Deutschland gelitten hat. Jahrzehnte gelitten hat. Und die dreiste Lüge, die ein paar Wochen vorher noch verbreitet würde, es habe ja niemand die Absicht, eine Mauer zu bauen. Die wurde an diesem Tag auch entlarvt.
Und deswegen ist es wichtig, dass wir an so einem Tag erinnern, bewusst machen, sichtbar machen, vor allen Dingen ehren und würdigen, die Opfer. Nicht nur die Opfer der Mauer, sondern auch die Opfer dieses Regimes, dieses Unterdrückungsregimes. Es gab keine Meinungsfreiheit, keine Pressefreiheit, keine freien Wahlen.
Dafür gab es die Stasi, gab Hohenschönhausen. Es gab den Todesstreifen. Und das sagt über dieses Regime alles. 140 Menschen haben ihr Leben an dieser Mauer verloren. Wir sollten ihre Gedenken Und trotzdem ist es so, und das erzählt die Geschichte unserer heutigen Zeitzeugen so schön, dass am Ende die Geschichte dieser Mauer auch eine die Geschichte der Freiheit ist, des Mutes. des Mutes zur Freiheit, der gesiegt hat. Und wenn Frau Werwigk-Schneider erzählt, heute mit einer großen Heiterkeit in der Stimme, sie tanzte vorhin fast jeder gesagt, ich bin so froh, einfach hier zu sein. Sie kann hin und her gehen. Sie ist gefahren aus ihrem alten Kiez in den Westen ins Kino in Konzerte, das ging nicht mehr. Und heute geht es wieder, es ist normal.
Das heißt, die Freiheit hat gewonnen. Mutige Menschen wie sie haben gewonnen. Und deswegen ist es wichtig, dass wir ihre Stimmen hören, dass wir sie sichtbar machen und dass wir Erinnerungspolitik auch so begreifen in dieser Ambivalenz, das Unrecht benennen und nicht verharmlosen lassen. Aber die Perspektive der Freiheit offen machen und deswegen finde ich, gebührt dem Künstler großes Dankeschön, denn die Art und Weise, wie sie das gemacht haben, diesen Sperrriegel sichtbar zu machen, auch in seiner Härte, in seiner dunklen Brutalität und wenn man dann nah rangeht, dann sieht man Bienenwaben der Perspektive, die Hoffnung machen, auf einen dahinter. Man kann durchschauen und sieht dann eine andere Option als in Riegel und die Brutalität.
Und das gefällt mir sehr gut, deswegen ein Kompliment an Sie. Ein Dank an alle, die das möglich gemacht haben, an die Stiftung. Moritz, du und deine Kulturwerke, großartig. Die Stadt Berlin, dass sie diese Erinnerungskultur pflegt. Wir tun das in diesem Jahr in besonderer Weise auch von Seiten der Bundesregierung. Wir haben uns entschieden, die Erinnerungskultur gerade mit Blick auf die DDR noch einmal deutlich zu stärken und zu akzentuieren, auch mit 10 Millionen mehr Mitteln. Am Ende aber ist die Frage der Freiheit keine Frage der Finanzen. Es ist eine Frage des Gewissens und des Herzens. Haben wir ein steinernes Herz, wenn wir nach hinten schauen und schauen nicht auf die Opfer und schauen nicht auf die Untaten? Oder haben wir ein offenes Herz dazu? Und in Deutschland eine Verharmlosung der DDR. Aus politischen Motiven von links, außen und rechts außen. Manchmal aus Bequemlichkeitsmotiven. Und gerade deswegen ist es wichtig, dass wir dem Übel auch ins Auge schauen, es benennen und es sichtbar machen. Und das tun wir auch mit dieser Ausstellung in dieser Zweigestaltigkeit Und deswegen danke ich allen Beteiligten, dass das möglich war. Und ich wünsche vor allen Dingen, dass wir möglichst viele Besucher jetzt haben. Und Frau Werwigk-Schneider, Ihnen wünsche ich, dass Sie ganz häufig noch zum Bahnhof Zoo ins Kino gehen können und hier einen Kaffee trinken können. Vielen Dank.“.
Auf eine Frage der Berliner Kriminalitätszeitung über ähnliche Veranstaltungen in den Hochburgen der AfD im Ostdeutschland hat Professor Dr. Axel Klausmeier, der Direktor der Stiftung Berliner Mauer wie folgt die Frage beantwortet:
„In der innerdeutschen Grenze, etwa in Marienborn, aber auch in Mödlareuth, in denen auch kleinen, sehr regionalen Orten, wo möglicherweise vielleicht nur ein Wachturm ist. Also das natürlich guckt man bei 65 Jahren Mauer Bau immer zunächst nach Berlin. Aber ich weiß von Partnerinstitutionen auch beispielsweise in Bautzen in dem ehemaligen Stasiknast, das dort Veranstaltungen anlässlich dieses Datums sind, weil ganz viele Menschen, die hier bei der Flucht gefasst worden sind, sind erst einmal nach Hohenschönhausen gekommen und dann auf verschiedene Gefängnisse in der DDR verteilt worden. Und so ist Bautzen sozusagen mitten in Berlin, wenn man so will und auch an diesen Orten wird daran erinnert, sicherlich nicht so umfänglich wie hier, aber das wird getan. Und ja, auch die Kolleginnen und Kollegen dort, ob in Leipzig, ob in Halle, im roten Ochsen oder sonst wo, dass die machen diese Arbeit auch täglich daran zu erinnern, was das heißt. Aber es zeigt, sie haben das Problem der AfD angesprochen, es zeigt, wie wichtig unsere Arbeit ist, dass wir möglichst viel in diesem Bereich auch tun können.“
Für weitere Informationen besuchen Sie die Webseiten:
der Ausstellung 65 Jahre Mauerbau (13.-16.08.2026)
der Stiftung Berliner Mauer
der Kulturprojekte Berlin:
des Landes Berlin:


geschrieben von Mag. phil. Nader Mohamed