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04/10/2022
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Anja Karliczek über die Förderung von Geistes- und Sozialwissenschaften

Nader Mohamed (Berliner Kriminalitätszeitung):
Meine Frage ist auch zu den Zahlen. Sie haben 10,5 Millionen für die Finanzierung der Nachwuchsgruppen erwähnt und ich habe hier eine Liste von 15 Universitäten, die Forschungseinrichtungen in Deutschland für diesen Themenbereich und auch noch andere Institute, aber gab es jetzt eine Bonusförderung für dieses Thema an den Universitäten. Gab es zum Beispiel viele Stipendien oder viele Zusagen für Stipendien, weil diese Fächer bekommen normalerweise Absagen für Stipendien. Das weiß ich selber. Für philosophische, theologische oder Geisteswissenschaften ist die Chance auf ein Stipendium so gering im Vergleich zu anderen Fakultäten. Gab es jetzt eine Wende im Umgang mit Stipendien für diese Sache? Und können Sie jetzt zugeben, dass das, was wir jetzt hier bezüglich Antisemitismus und Querdenkern haben, ist ein Resultat der Vernachlässigung dieser Wissenschaften in den letzten Jahren? Diese Fakultäten sind sehr sehr arm im Vergleich zu anderen. Das weiß ich sehr gut.

Anja Karliczek (Bundesministerin für Bildung und Forschung):
Also, das was wir machen, ist ja nur ein Teil der zusätzlichen Förderung. Also, es findet ja auch, ähm, Forschung statt, die institutionell organisiert ist, auch im geisteswissenschaftlichen Bereich. Und dann ist die DFG natürlich auch noch da, die eben auch im Bereich der Forschung noch im, im geisteswissenschaftlichen Bereich auch fördert. Und einen Teil übernehmen wir dann ganz klar auch immer mit einer politischen Fokussierung. Und wir haben bei uns im Haus, glaube ich, in den letzten Jahren auch im geisteswissenschaftlichen und im sozialwissenschaftlichen Bereich ordentliche Steigerungen gesehen.

Die Zahlen kann ich Ihnen jetzt spontan nicht nennen, aber wir haben schon auch sehr darauf geachtet, dass gerade vor dem Gesichtspunkt, dass wir ja in einem Transformationsprozess stecken. Das eine ist ja, die technologischen Sprünge, die wir im Moment machen. Aber die technologischen Sprünge, wenn wir nun mal auf das Thema ‚künstliche Intelligenz‘ schauen, sind immer auch im Grunde mit geistes- und sozialwissenschaftlicher Forschung auch zu verbinden, weil wir’s am Ende- weil am Ende, zum Beispiel gerade auch, ich sag mal ne, ne künstliche Intelligenz unter den Wertvorstellungen, die wir haben, muss natürlich solide begleitet werden, damit das, wir eben auch immer den geisteswissenschaftlichen und den sozialwissenschaftlichen Kontext mitbeachten und, ich sag mal, mit einfließen lassen in all unsere Maßnahmen. Und deswegen kann man, glaube ich, die ein oder andere Forschung nicht wichtiger finden als die andere, sondern das Verhältnis zueinander muss passen, so dass wir am Ende dann mit den richtigen Maßnahmen da rauskommen können. Und wir haben in den letzten Jahren bei den Steigerungen, die wir bei uns im Haus gehabt haben – im Budget – haben wir auch immer die geistes- und sozialwissenschaftliche Forschung genauso mit bedacht.

Interview geführt von Mag. phil. Nader Mohamed
verschriftet von Annabell Cassel

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