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04/10/2022
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Anja Karliczek zur Frage der Mehrsprachigkeit bei Bildungsangeboten

Nader Mohamed (Berliner Kriminalitätszeitung):
Nader Mohamed, Berliner Kriminalitätszeitung. Frau Karliczek, Sie haben das Thema ‚Vermittlung des jüdischen Alltagslebens in Deutschland‘ angesprochen. Das Thema ist sehr wichtig, aber für Menschen mit Migrationshintergrund gibt es Sprachbarrieren. Viele von Ihnen verstehen nichts von den zweistelligen Millionenprojekten, die Sie schon erwähnt haben. Ich weiß nicht, ob diese Millionen genug sind oder nicht, weil meine Informationen alt sind. Das Bundesministerium finanziert in Bereichen der Naturwissenschaften, Medizin, Informationstechnologie oder Ingenieurwissenschaften mehr als im Bereich der Geistes- oder philosophischen Wissenschaften. Aber die Frage: gibt es keine Projekte oder von diesen Projekten eine Zusammenarbeit mit den öffentlich-rechtlichen Fernsehprogrammen, der Bundeszentrale für politische Bildung, dass es Endprodukte in Arabisch, türkisch, afghanisch, persisch, Somali, Eritrea oder georgisch gibt? Oder alles ist auf Deutsch und am Ende gibt es dann Bücher in Bibliotheken und das war’s? Meine Frage ist über Vermittlung und Wissenstransfer für Menschen mit Migrationshintergrund.

Anja Karliczek (Bundesministerin für Bildung und Forschung):
Also, ich will jetzt mal das Beispiel mit der Schule nehmen, wo wir ja die, quasi n Instrumentenkasten entwickeln wollen und Materialien entwickeln wollen. Und natürlich sind ja auch in den Schulen im Grunde Kinder aus anderssprachigen Ländern, die vielleicht noch Schwierigkeiten haben, aber das ist doch- das Wichtige ist, glaub ich, dass man, ähm, ich sag mal Aufklärung und Wissen in einem sozialen Umfeld schafft. Und dann kann man diese Fragen ja auch klären. Also, da, wir werden das auch mehrsprachig auflegen, weil wir das ja auch im europäischen Kontext tun. Und am Ende ist es, glaub ich, wichtig, dass wir gerade auch bei Jugendlichen, wo es vielleicht auch noch, ich sag mal so, der Basishintergrund ja erstmal über geschichtliche, ähm, ja auch über geschichtlichen Unterricht auch erstmal geschaffen werden muss, dass wir in diesem Zusammenhang immer wieder in einem sozialen Kontext die Möglichkeit geben auch Fragen dazu zu stellen und dadurch im Grunde Unsicherheiten abzustellen und da, wenn sprachliche Barrieren da sind, ist es natürlich umso wichtiger. Aber da gibt es ja verschiedene Möglichkeiten, dass, ähm also die, Zentrale für politische Bildung gibt ja auch ganz gezielt in mehreren Sprachen die, die Informationen auch raus. Da wird ja überall dran gearbeitet, dass die Sprachbarriere im Grunde immer kleiner wird.

Moderation:
Nachfrage dazu, ja.

BKZ:
Aber hat ihr Ministerium zum Beispiel die Dokumentation der Produktion oder Dokumentarfilme über Antisemitismus in Deutschland oder die Beziehung zwischen Deutschland und den Juden von Anfang an bis jetzt und die Situation in Fremdsprachen? Die Deutsche Welle kann zum Beispiel in verschiedenen Sprachen produzieren. Hat Ihr Ministerium sowas finanziert oder hat es das vor?

Karliczek:
Unsere Aufgabe ist ja die Forschungsverbünde zu finanzieren und was die Forschungsverbünde dann in Ihrem Instrumentenkasten erstellen, ist natürlich auch ein Stück deren Freiheit, dass sie selbst entscheiden, was sie da erstellen. Das können wir denen ja nicht vorschreiben. Insofern ist das natürlich dann hinterher ne Sache, was die Forschungsverbünde dann auch daraus machen.

Interview geführt von Mag. phil. Nader Mohamed
verschriftet von Annabell Cassel

(ab 46:07)

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