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04/10/2022
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Der regierende Bürgermeister von Berlin Michael Müller über den 60. Jahrestag des Baus der Berliner Mauer

Der regierende Bürgermeister von Berlin Michael Müller hatte am Freitag, dem 13.08.21 gemeinsam mit dem Ministerpräsidenten des Bundeslandes Brandenburg Dietmar Woidke an der Gedenkveranstaltung u.a. mit Verlesung der Namen der Mauertoten am erhaltenen DDR-Grenzturm in Hohen-Neuendorf; Naturschutzturm der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald e.V. (Waldjugend Weg), Glienicker Straße, 16562 Hohen Neuendorf teilgenommen. Die beiden Landesväter haben in Anwesenheit von verschiedenen Bezirksbürgermeistern und denen der Städte aus den beiden Bundesländern sowie zahlreicher Bürger den Opfern der Mauer gedacht.

Nader Mohamed (Berliner Kriminalitätszeitung):
Herr Müller, warum sind wir heute da?

Michael Müller (Regierender Bürgermeister von Berlin):
Es ist einfach wichtig auch an dieses Kapitel unserer Geschichte immer wieder zu erinnern. Ein Kapitel, wodurch die Mauer durch die Teilung soviel Leid entstanden ist, Familien auseinandergerissen wurden, Biographen sich in eine ganz andere ent–, äh, in eine ganz andere Richtung entwickelt haben. Das darf man nicht vergessen und heute das sichtbar zu machen, auch den Opfern Namen zu geben, das war sehr wichtig.

BKZ:
Für Sie jetzt heute: wie sieht die Situation Ost-West aus? Also, die neuen und die alten Bundesländer. Gibt es noch genug zu tun?

Müller:
Ja natürlich, es gibt auch immer noch Unterschiede und es gibt auch aus der Teilung heraus immer noch Dinge, die in Ordnung zu bringen sind. Das ist so, aber man darf nicht vergessen, was in den 30 Jahren seit Mauerfall auch alles gelungen ist und dass wir unser Land gemeinsam natürlich auch voranbringen konnten und vieles aufarbeiten konnten. Dass wir einen gemeinsamen Weg gegangen sind, einen erfolgreichen Weg, das darf man auch nicht vergessen.

BKZ:
Wie ist Ihre Erinnerung? Wie alt waren Sie damals beim Mauerfall?

Müller:
Ja, ich war erst, ähm, ich bin erst nach der, nach dem Mauerbau geboren, hab aber natürlich diese Ost-West-Situation auch mitbekommen, dadurch dass unsere Familie zu einem großen Teil in Thüringen und in Ost-Berlin gewohnt hat. Und bei den Besuchen, wenn man über die Grenze gefahren ist, wenn wir uns begegnet sind, hat man eben auch, auch die Anspannung immer gespürt – bei uns und auch bei unseren Verwandten und unseren Freunden. Insofern war klar: es ist keine normale Situation. Auch als Jugendlicher, als Kind hat man das schon gespürt.

BKZ:
Und wie lange wird es jetzt noch dauern, bis die Lebensbedingungen im Osten und Westen gleich sind?

Müller:
Ich sage ja – es ist so viel gelungen schon und es gibt immer noch etwas zu tun. Es gibt in der Wirtschaft noch etwas zu tun, natürlich und wir haben mitunter nicht ganz gleich Lebensbedingungen, aber wenn man überlegt von wo wir kommen und wie tief dieser Bruch war – 28 Jahre Teilung mit der Mauer – dann glaube ich können wir auch dankbar sein, dass wir das gemeinsam so bewältigt haben.

Interview geführt von Mag. phil. Nader Mohamed
verschriftet von Annabell Cassel

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