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13/04/2024
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Sebastian Stietzel (IHK Berlin Präsident): Allein heute fehlen uns 90.000 Fach- und Arbeitskräfte in Berlin

Sebastian Stietzel, der Präsident von IHK Berlin hat die folgende Begrüßungsrede auf dem Festival der Berliner Wirtschaft 2023 im Ludwig Erhard Haus in Berlin gehalten.

Sehr geehrte Damen und Herren,

Hier stand gerade noch: „The future is now“. Da habe ich so an die Organisation gedacht, die ich hier gerade vertrete. Wann … war es vor zehn Jahren eigentlich schon so, war es vor zwanzig Jahren eigentlich schon so, dass eine Industrie- und Handelskammer ein Festival organisiert, was so eröffnet wird? Ja, also herzlich willkommen zum Festival der Berliner Wirtschaft in diesem Jahr.

Das machen wir zum zweiten Mal in diesem Jahr, haben uns aber schon – in Berlin sagt man ja so schön: Alles was zweimal passiert, ist schon eine kleine Tradition – was vorgenommen, nämlich einmal im Jahr in einem Festival von Unternehmern für Unternehmer die großen Herausforderungen der Unternehmerschaft zu besprechen, eine Bühne zu schaffen, einen Denk- aber auch einen Arbeitsraum zu schaffen, um neue Ideen zu entwickeln, um Netzwerken zu teilen und nicht zuletzt auch, um uns zu vernetzen.

Wir sind in Berlin und Berlin ist vieles: Berlin ist Weltmetropole, Berlin ist Innovationsstandort, Wissenschaftsstadt. Gründerhauptstadt nennen wir uns gerne, aber alles das ist in Gefahr. Und die größte Gefahr, 64 % der IHK-Mitglieder geben es als größte Gefahr für ihre unternehmerische Entwicklung an, ist der Fachkräftemangel. Allein heute fehlen uns 90.000 Fach- und Arbeitskräfte in Berlin, für 2035 prognostizieren wir über 400.000. Das bedeutet für Berlin aber nicht nur, dass Stellen offen sind. Das bedeutet auch, das wir an Wettbewerbsfähigkeit verlieren. Das bedeutet, dass wir an Lebensqualität verlieren, theoretisch ist sogar die Versorgungssicherheit gefährdet, wenn uns die Fach- und Arbeitskräfte ausgehen.

Deswegen müssen wir uns nicht nur heute, sondern immer und auch im Übrigen schon seit Jahren Gedanken über den Fachkräftemangel machen und wie wir damit umgehen. Das sind Themen, die heute hier besprochen und diskutiert werden sollen. Da ist die Attraktivität von Berlin als Standort, aber insbesondere auch von den Unternehmen eine wichtige Baustelle. Da geht’s um Vereinbarkeit von Familie und Beruf, da geht’s um Diversität, da geht’s um neue Arbeitswelten, aber wir haben eine kleine Erhebung zusammen mit der Arbeitsagentur gemacht: Allein mit dem Fach- und Arbeitskräftepotenzial, was wir hier in Berlin haben, werden wir die Lücke nicht schließen können.

Das heißt also, wir müssen auch über Fachkräftezuwanderung und Integration, von Zuzug sprechen. Es ist eine große Verantwortung, die Gesamt-Berlin betrifft, und deswegen freue ich mich ganz besonders, dass heute über 1.500 kluge Köpfe hier sind, um darüber nachzudenken, wie wir diesem Thema begegnen und wie wir die Sache lösen, und freue mich auch, dass die zuständige Senatorin heute hier ist: Franziska Giffey, Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe, die auch ein kurzes Grußwort jetzt zu sprechen hat.

Aufgezeichnet von Mag. phil. Nader Mohamed
verschriftet von Kirsten Mische

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