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16/04/2024
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Metropolregion Berlin-Brandenburg als Innovations- und Wirtschaftsstandort

Am 13.02.2024 gab es ein wichtiges Treffen der Wirtschaftsminister der Länder Berlin und Brandenburg. Dieses Treffen hat den Titel „Impuls und Podiumsgespräch: Auf dem Weg zum Innovationsstandort Nr.1 in Europa – Die Bedeutung der Innovationskorridore für die Metropolregion Berlin-Brandenburg“ Die Hauptredner in diesem Gespräch waren die Berliner Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD), der Brandenburger Wirtschaftsminister Prof. Dr. Jörg Steinbach (SPD), der Vertreter der WISTA Management GmbH (landeseigene Gesellschaft in Berlin, Wirtschaftsförderer, Standortentwickler und Dienstleister), der Vertreter des Wirtschaftsrats 1. FC Union e. V. (Wirtschaftsnetzwerk für den 1. FC Union Berlin) und berlinlounge von AGIT Agentur für integrierte Kommunikation e. K. (Spezialist für Wirtschaftskontakten und Veranstaltungsorganisation.). Das „Impuls und Podiumsgespräch“ fand im Stadion An der Alten Försterei, an der Wuhlheide 263, 12555 Berlin statt.

Es folgt die Zusammenfassung der Rede von Frau Franziska Giffey, der Wirtschaftssenatorin von Berlin :

Zum Thema „Auf dem Weg zum Innovationsstandort 1 in Europa“ äußerte sich Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey vor u.a. einer ganzen Anzahl Unternehmerinnen und Unternehmer. Als übergeordnete Zukunftsaufgabe sieht sie es, in der wachsenden Stadt Berlin für alle bezahlbaren Wohnraum schaffen. Das sei eine Riesenaufgabe, die über diese Legislatur und dieses Jahrzehnt hinausgehe.

Der zweite Punkt ist für sie die Transformation in Richtung klimaneutrale Stadt/ Land

„Ob man das will oder nicht, wir sind in einem Zeitalter einer industriellen Revolution. Die aktuellen Veränderungen sind so gravierend, dass sie auch bei einigen Menschen sehr einschneidend empfunden werden. Wir müssen deutlich machen, dass diese Veränderungen sowieso kommen werden und dass es in der Zukunftsregion Berlin-Brandenburg nötig ist, daraus etwas zu machen, dies als Chance, als Wachstumschance zu begreifen. Damit wird Geld verdient werden. Es wird mit Geothermie, mit Wasserstoff, mit Wind und Sonne Geld verdient werden.“ Laut Giffey sind wir sind klug beraten, wenn wir die Vorreiter sind, wenn wir uns überlegen, wie wir den Wasserstoff gut speichern und wie wir die erneuerbaren Energien in Geschäftsmodelle umsetzen. Wenn wir unsere Forschungseinrichtungen, unsere Universitäten darauf fokussieren, wie der Transfer gelingt zwischen wissenschaftlicher Erkenntnis und tatsächlich unternehmerischem Erfolg.

Transformation als Chance

Es sei unsere Aufgabe, aus der Transformation eine Chance zu machen und auch den Menschen ihre Ängste zu nehmen. „Irgendwann war auch Schluss mit der Pferdekutsche und dann kam was Neues. Der Weg muss nicht nur mühselig und beladen sein, sondern er kann eine Erfolgsgeschichte werden. Wir haben hier alle Möglichkeiten dazu.“ Die Wirtschaftssenatorin sieht hier den Bedarf an Fachkräften. Sie will die Menschen hierherholen und ist sicher, dies zu schaffen, weil Berlin-Brandenburg eine attraktive Region ist. Dazu führt sie aus, dass Berlin im bundesweiten Wirtschaftswachstum über dem Durchschnitt liegt, wie auch 2022, ja sogar gerade gerade den Bundesschnitt bestimme: „Wenn Berlin-Brandenburg nicht so performen würde, wäre der Schnitt noch schlechter.“  Uneingeschränkte Freude darüber sei angesichts weltpolitischen Lage und der Zins-, Preis- und Energiepreisentwicklung zwar nicht möglich, die Lage sei ernst. Sie glaubt aber, dass der Gedanke „Innovationsstandort“ wirklich ein Schlüssel sein kann. „Weil wir schon heute exzellente Forschungseinrichtungen hier haben, exzellente Zukunftsorte, die wirklich viel tun. Wir haben auch die Leute, die es machen können.“ Hier streicht sie besonders die politische Zusammenarbeit mit Brandenburg heraus. „Berlin wird nicht klimaneutral ohne Brandenburg, soviele Windräder können wir gar nicht aufstellen. Nach der Potenzialstudie scheiden 95 % der Landfläche schon mal aus, die restlichen 5 % sind konfliktbelastet. Das wird alleine nichts!“

AfD als Störungsfaktor für den Wirtschaftsstandort Berlin

Giffey erzählt von einem Schlüsselerlebnis im September 2022 ein, als sie zusammen mit Tobias Schick, dem jetzigen SPD-Bürgermeister von Cottbus, zusammen die Fläche in Augenschein nahm, wo der Science Park hinsoll. Man habe über Universitätsaktivitäten, Möglichkeiten für die Ansiedlung von Unternehmen und Talentsuche geredet und was es für den Wirtschaftsstandort bedeutet, genau eben diese Offenheit und Vielfältigkeit zu haben und die Toleranz. Das ist entscheidend für die Entwicklung. Tobias Schick gewann dann knapp die Stichwahl, als der AfD-Kandidat Bürgermeister werden werden wollte. Nur deshalb war dann der Weg frei für die Zusammenarbeit. Man sehe jedoch die Zuwächse der AfD, auch in Berlin. Und dass eine Kandidatin, die seit einem Jahr in Untersuchungshaft sitzt, sogar mehr Stimmen einholt, beunruhige Giffey zutiefst, sowohl gesellschaftspolitisch, aber auch was den Wirtschaftsstandort betreffe. Sie befürchtet schlechte Folgen für den Wirtschaftsstandort Berlin-Brandenburg, wo Unternehmen sich fragen, ob sie hier investieren sollen.

Remigrationspläne als Katastrophe für den Wirtschaftsstandort Berlin

Erst kürzlich habe es eine Unternehmenseinführung aus Argentinien gegeben, von einem der hundert am stärksten wachsenden Unternehmen, das sich entschieden habe, mit seiner Europarepräsentanz nach Berlin zu kommen. Gefragt, warum er sich für Berlin entschieden habe, habe der Unternehmensgründer geantwortet: „Weil Berlin gut zu unserer Unternehmensphilosophie passt. Wir sind weltoffen, wir sind vielfältig, wir sind international. Dieser Anspruch, de 0n wir an unser Unternehmen haben, der passt zu Berlin. Deswegen haben wir uns dafür entschieden.“ Die Verteidigung von Toleranz, Offenheit und Diversität sei eben ein enorm wichtiger Standortfaktor. In Berlin gebe es alleine 500.000 Erwerbstätige mit Migrationshintergrund, allein im Krankenhausbereich 36.000 Menschen und in anderen Bereichen entsprechend. Daher würden Remigrationspläne u. a. nicht nur gesellschaftlich, sondern auch für den Wirtschaftsstandort eine Katastrophe bedeuten.

Die Metropolregion Berlin-Brandenburg als Innovationsstandort

Dringend gebrauchte Investitionen von internationalen Playern lebten davon, dass Berlin-Brandenburg diese Internationalität auch zeigen kann. Dies sei deshalb ein wichtiges Thema bei der Diskussion um den Innovationsstandort. „Ansonsten haben wir alles, was wir brauchen: Super Forschungseinrichtungen, über 5000 Unternehmen, 100.000 Beschäftigte, soviele wie in der Industrie“ Leute wanderten zu und vor allen Dingen habe man in Brandenburg die Flächen. Von der Zusammenarbeit könnten Berlin und Brandenburg profitieren und durch die Entwickung die gesamte Metropolregion stärken. Giffey hob die gute Zusammenarbeit und enge Abstimmung mit dem brandenburgischen Wirtschaftsminister Jörg Steinbach bei den Themen Wasserstoff, Wind, erneuerbare Energien, und Industriezusammenarbeit heraus. Sie betonte dessen Wichtigkeit für die ganze Region. Sie sprach die anwesenden Unternehmer und Unternehmerinnen direkt an und versicherte ihnen die große Bereitschaft der Landesregierung, die Rahmenbedingungen zu schaffen, damit die Wirtschaft sich gut entwickeln könne.

Regionale  Wirtschaftsstrukturen für Berlin und Brandenburg

Giffey bezog sich auf die Bilanz für die Gemeinschaftsaufgabe „Regionale  Wirtschaftsstruktur“, dem großen Förderprogramm mit dem die Wirtschaft unterstützt werde. 2023 hier seit 1991sei war das stärkste Jahr gewesen. 250 Millionen Fördergelder hätten in Berlin für Wirtschaft, Tourismus, Industrie, Schulen und Ausbildungsplätze und auch für Mobilität, Ansiedlung von Gewerbe sowie innovative Orte eingesetzt werden können. Diese Förderung wolle man zusammen mit den Unternehmen fortsetzen.

Aufgezeichnet von Mag. phil. Nader Mohamed
verschriftet von Kirsten Mische

Latest comment

  • Der Zuwachs , den die AfD im Moment erfährt ist eine reale Gefahr für ganz Deutschland .
    Man sollte endlich herangehen , die Ursachen dieses Zuwachses zu bekämpfen.
    Die AfD ist ein Verein , der an die niedrigsten Instinkte der Menschen andockt …
    Leider ist dieser faschistische Trend in ganz Europa zu beobachten..

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