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19/05/2022
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Anne-Marie Descôtes über 30 Jahre Weimarer Dreieck

© F. de la Mure/ MEAE

Anne-Marie Descôtes (Botschafterin Frankreichs in Deutschland):
Ja, das Weimarer Dreieck, dessen 30-jähriges Bestehen wir dieses Jahr feiern, geht aus einer Vereinbarung zwischen dem französischen, dem deutschen und dem polnischen Außenminister – Dumas, Genscher, Skubiszewski – bei einem Treffen 1991 in Weimar, deshalb der Name ‚Weimarer Dreieck‘, anlässlich der Feierlichkeiten zu Goethes Geburtstag am 28. August hervor. Das Weimarer Dreieck verschrieb sich auf Antrieb der Freundschaft und der kulturellen, historischen und politischen Vielfalt unserer Länder in einer gemeinsamen Schicksalsverbundenheit, wie es in der Erklärung von 91 so schön heißt. Diese Schicksalsverbundenheit äußert sich für uns heute ganz konkret in der Europäischen Union.

Von Anfang an setzte sich das Weimarer Dreieck für ein sehr starkes, integriertes Europa ein. Frankreich liegt es sehr am Herzen, die Europäische Souveränität, das heißt eigentlich die, die Kapazität für sich zu handeln, wenn die Situation es erfordert und da müssen wir uns natürlich für den inneren Zusammenhalt Europas einsetzen und stärker machen, besonders im Bereich des Sozialen und der Zivilgesellschaft. Deshalb wollen wir auf unsere gemeinsame Zukunft mit ehrgeizigen Ambitionen vorbereiten, denn es geht nicht nur darum gegen die Folgen des Klimawandels zu kämpfen, es geht auch darum uns für die Demokratie, die Toleranz, die Freiheit einzusetzen. Es geht auch darum den technologischen Vorsprung Europas weiter zu fördern, durch Digitalisierung, Innovation, Spitzenforschung – das alles macht die EU, unsere EU, aus. Und wir wissen, dass in diesem schönen Zusammengehörigkeitsgefühl ein ganz besonders großes Potential an Kreativität liegt. Mit dem Weimarer Dreieck wollen wir dieses Potential in junger, in guter Nachbarschaft konkret entfalten und dazu gehört natürlich die Einbindung der Jugend aus unseren drei Ländern. Ganz besonders möchte ich natürlich hier das unermüdliche Engagement von dem CFB unter der Leitung Florian Fangmann und Luc Paquier und der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Mobilität der Schülerinnen und Schüler, Jugendlichen, Auszubildenden, hervorheben, gerade in diesen sehr schwere Monaten der langwährenden Pandemie.

Es ist von sehr großer Bedeutung gewesen den Europäischen Austausch auf der Ebene der Zivilgesellschaft und der schulischen Einrichtungen aufrecht zu erhalten und das haben sie gemacht. Am 02. Juni diesen Jahres konnte nämlich das CFB und die Schulverwaltung in Paris ihren Kooperationsvertrag erneuern, worüber ich mich sehr freue und das Gegenseitige, es beweist das gegenseitige Vertrauen und auch die Qualität der gemeinsamen Projekte. Also, bravo. Das CFB spielt eine ganz wichtige Rolle als Verwalter eines Fonds des deutsch-französischen Jugendwerks, für das 6-monatige Voltaire-Austauschprogramm – ein Programm das sich, trotz Pandemie, sehr gut durchgeschlagen hat. Das Centre Français arbeitet außerdem auch im Rahmen des deutsch-polnischen Jugendwerks. Ja, das wird mein Kollege vielleicht auch erwähnen.

Das CFB ist also ein ganz wesentlicher Akteur beim Neustart der Mobilität zwischen unseren drei Ländern und somit auch ein wichtiger Vermittler zwischen jungen Menschen in Deutschland, Frankreich und Polen. Mit dem heutigen Volksfest, Fête Populaire, sucht das CFB allen Anwesenden die Freude an der kulturellen Vielfalt und an einer bunten Interkulturalität zu vermitteln. Das weiß natürlich Frankreich und die ganze frankophone Welt auch sehr zu schätzen. Die Gruppe der frankophonen Botschafter, Botschafterinnen in Deutschland möchte nämlich auch hier im CFB Anfang November ein frankophones Volksfest organisieren und ich möchte Sie alle ganz herzlich Im Voraus dazu einladen. In diesem Jahr feiern wir auch das 60-jährige Bestehen – Sie haben das gesagt, Herr Müller – des Centre Français de Berlin, dass 61 von den französischen Truppen und der lokalen Berliner Bevölkerung gegründet wurde.

1996 wurde das Zentrum an den deutschen Staat übergeben, welche die Verwaltung an die Stadt Berlin übertragen hat und ich freue mich, dass unsere zwei damaligen Regierungen darauf bestanden habe, dass das Centre Culturel Français wirklich ein offener Ort der Begegnung bleibt, in enger Verbindung mit Frankreich und der ganzen frankophonen Welt. Diese frankophone Dimension haben wir in den letzten drei Jahren weiterentwickelt, gemeinsam mit der Maison de France auf dem Kudamm trägt das Centre Français de Berlin seine, das Maison de Francophonie, eben zur Verbreitung frankophoner Kulturen und zur Stärkung der deutsch-französischen Freundschaft bei. Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.

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