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30/09/2022
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Michael Müller zu 30 Jahren Weimarer Dreieck

Bild: Lena Giovanazzi

Michael Müller (Regierender Bürgermeister in Berlin):
Lieber Herr Fangmann, sehr geehrte Botschafter, lieber Berlinerinnen und Berliner und liebe Freunde der deutsch-französisch-polnischen Freundschaft, allen ein herzliches Willkommen. Ja, 30 Jahre Weimarer Dreieck ist ein guter Grund zu feiern und trotzdem glaube ich, man muss auch immer noch ein bisschen erklären. Es gibt garantiert viele Berlinerinnen und Berliner, die fragen sich: „Was ist Weimarer Dreieck?“ Und was es ist, das kann man hier heute erleben. Das sieht man, es ist nämlich gelebte Freundschaft und gelebte Partnerschaft. Wir sehen das hier an Hand der vielen Stände, der Informationsmöglichkeiten, die es gibt, von allen drei Partnern, von deutscher, polnischer und französischer Seite und das Schöne ist, es ist eben eine über Jahrzehnte gelebte Partnerschaft. Ich hab das in der Zeit, als ich Bundesratspräsident war schon erlebt und konnte offizielle Vertreterinnen und Vertreter aus Polen und Frankreich begrüßen im Bundesrat.

Ja, politische Kontakte und Gespräche der Politikerinnen und Politiker sind auch wichtig, wenn man eine Partnerschaft pflegt. Aber noch schöner ist es eben, wenn es auch auf anderen Ebenen stattfindet und im Rahmen von Kultur, von Jugendaustausch, im Rahmen von Sportprojekten. Es gibt ganz vielfältige Begegnungsmöglichkeiten und das ist alles keine Selbstverständlichkeit. Es ist gerade mit unserer Geschichte in Europa keine Selbstverständlichkeit und schon gar nicht, wenn man an unsere deutsche Geschichte denkt und was wir unseren Nachbarn auch angetan haben in Frankreich und Polen. Dass wir dann Jahrzehnte später so zusammengefunden haben und jetzt einen engen Austausch pflegen, das ist wunderbar.

Und das bereichert uns alle. Wir können miteinander und voneinander lernen, wir können miteinander Probleme besser bewältigen. Wir hatten jetzt gerade, vor 14 Tagen glaub ich war’s, eine Metropolenkonferenz in Berlin und es gab einen großen internationalen Austausch, aber der Vizestadtpräsident von Warschau ist persönlich angereist, um auch die deutsch-polnische Städtepartnerschaft, die Berliner-Warschauer-Städtepartnerschaft, zu pflegen und zu würdigen. Und genauso ist es auch mit Berlin und Paris. Seit Jahrzehnten haben wir da auch eine wunderbare Partnerschaft, auch wiederum mit politischem Austausch, aber auch mit vielen anderen Begegnungsmöglichkeiten und es ist eben gut, wenn man gemeinsam Probleme bewältigen kann. Probleme, die in unserer Stadt eine Rolle spielen, wie geht es weiter in vielen Fragen, die unser Leben bestimmen in der Stadtentwicklung, Verkehrspolitik, Klima, Umwelt, Wohnungsbau, darüber tauschen wir uns aus. Aber es gibt eben auch die ganz großen Themen, die noch von besonderer Bedeutung sind, nämlich wenn es um Frieden und Freiheit geht, wenn es darum geht anderen Menschen in Not zu helfen, auch dafür ist Partnerschaft und Freundschaft wichtig. Wir sehen, was um uns herum passiert in der Welt.

Demokratie, die, ja Achtung der Menschenrechte, alles das ist keine Selbstverständlichkeit. Und dann eben auch gemeinsam sich zu stärken, den Rücken zu stärken, gemeinsam zu sagen: „Wir wollen uns engagieren für ein freies, friedliches, demokratisches Umfeld, für ein freies, friedliches, demokratisches Zusammenleben, das ist wichtig.“ Und das ist vor allen Dingen auch dann wichtig, gehört zur Wahrheit mit dazu, wenn es mal auf höchster politischer Ebene vielleicht auch schwierig ist zwischen den Partnern. Kommt vor, dass die Regierungen auch unterschiedlicher Meinungen sind, wie zum Beispiel auch im Umgang mit Flüchtlingskrisen, aber gerade dann ist es umso wichtiger, dass es andere Ebenen gibt, kommunale Ebenen, Kultur, Jugendaustausch, wo man sich weiter entwickeln kann, Städtepartnerschaften, wo man im Dialog bleibt. Und all das also in all seinen Facetten, das ist das Weimarer Dreieck. Eine wichtige Institution also, die es verdient hat, gewürdigt zu werden, gefeiert zu werden, aber im Übrigen genauso wie das Centre Français hier. 60 Jahre haben wir’s und wir beide haben uns gerade beim Reingehen darüber unterhalten, jetzt ist so der Punkt erreicht, wo hier auch das ein oder andere Mal gemacht werden muss. Das steht auch an, dass hier investiert wird, aber besonders schön ist eben, dass es ja auch ein wichtiger Begegnungsort ist, auch wieder mit einer spannenden Geschichte. Ja, die Alliierten, die französischen Alliierten haben das initiiert, dass es hier so ein Kultur-Begegnungszentrum gibt. Eigentlich ja erstmal keine Selbstverständlichkeit, dass es dann so ein offenes Haus der Begegnung wird, wo man sich so unbefangen und selbstverständlich dann wiedertrifft, aber es ist gelungen.

Also, es ist aus Berlin und aus unserm Berliner Kulturleben, aus unserm Berliner Sozialleben gar nicht mehr wegzudenken. Eine ganz wichtige Institution, die wir gerade auch mal hier an dieser Stelle im Norden des Weddings – nicht immer alles nur in Mitte – sondern mal hier, im Norden des Weddings, haben, sehr wichtig und ein großes Dankeschön an das ganze Team hier vor Ort, die ne tolle Arbeit machen. Also, noch einmal an dieser Stelle von mir einen herzlichen Glückwunsch zu den Jubiläen, kann ich ja sagen. Ein großes Dankeschön heute stellvertretend an die beiden Botschafter, die hier sind, für diese wunderbare Zusammenarbeit. Stellvertretend natürlich, weil viele andere im Hintergrund mitwirken, dass so eine Partnerschaft und Freundschaft so lange trägt, aber ich glaube, wir haben so viel miteinander erreicht und es gibt so einen guten Austausch, dass wir also zuversichtlich auch in die nächsten Jahrzehnte blicken können unserer Zusammenarbeit und unserer Freundschaft. Auf jeden Fall gibt es genügend Anknüpfungspunkte und auch noch gemeinsam genügend zu tun für uns. Alles Gute, herzlichen Glückwunsch und viel Spaß beim Feiern.

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