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21/02/2024
HomeBerlinPräsident des deutschen Reiseverbandes: Wegen staatlichen Regulierungen wenige Langstreckenflüge ab Berlin

Präsident des deutschen Reiseverbandes: Wegen staatlichen Regulierungen wenige Langstreckenflüge ab Berlin

Foto: Franziska Giffey, Berlins Bürgermeisterin, Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe sowie Landesvorsitzende der SPD Berlin

BKZ: Nader Mohamed, Berliner Kriminalitätszeitung, meine Frage ist zum Thema „Flughafen Berlin-Brandenburg als Risikofaktor für die Reisebranche“. Es geht um die Langstreckenflüge. In Ostdeutschland sind es täglich 6 und in Westdeutschland sind es 180. Die Quelle für diese Info ist die Berliner Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey. Sie hat das mehrmals thematisiert und sagt, dass es Lobbys gibt, die das blocken und wollen, dass die Leute von München, Düsseldorf, Hamburg oder Köln abfliegen und nicht aus Berlin. Sehen Sie eine Chance für die Reisebranche, Wenn es mehr Abflüge ab Berlin gibt?

Norbert Fiebig, Präsident des Deutschen Reiseverbandes (DRV):

Also die Airlines entscheiden in eigener Hoheit, von wo sie fliegen. Und sie fliegen da, wo das Verkehrsaufkommen so ist, dass sie ihre Flugzeuge entsprechend füllen können und mit einem vernünftigen, also einem vernünftigen Preis füllen können. Und das sind die Aufkommensgebiete – wenn Sie Nordrhein-Westfalen ansehen mit einem, weiß ich nicht… 26 Millionen Bevölkerung, natürlich vom Potenzial her interessanter. Von daher ist das nicht überraschend, dass diese Ballungsgebiete entsprechend auch höhere Flugkapazitäten.., dass da höhere vorgehalten werden.

Die Airlines sind da ziemlich berechnend dergestalt, die fliegen da wo sie den Flieger mit guten Ticketpreisen gefüllt kriegen. Es gibt staatliche Regulierungen teilweise auch, aber die sind nach meiner Kenntnis nicht so, dass nicht ’ne Airline entscheiden kann: Ich flieg’ nicht mehr ab Stuttgart, sondern dann ab Berlin. Es gibt ’ne bestimmte Anzahl, glaub’ ich, von Flugrechten in Deutschland, aber die können frei entscheiden, von wo sie fliegen, und sie werden sich dafür für die Flughäfen entscheiden, die das größte Aufkommen zu vernünftigen Preisen generieren.

Ich glaub’, das regelt der Markt ganz gut, aber mehr zu den Regulierungen…, weiß ich jetzt nicht im einzelnen, was in Berlin dazu führt, dass da nur 6 sind. Vielleicht haben Sie da recht.

BKZ: Zusatzfrage.

Also die Senatorin hat gesagt, sie war in Dubai. Und sie sagt, dass die Leute dort sagten: „Ab morgen haben Sie die Flugzeuge nach Berlin, aber  diese Fluglinien müssen auf andere Standorte in Deutschland verzichten“, also sie können nicht überall landen.

Norbert Fiebig:

Das ist das, was ich gerade gesagt habe. Wenn die Airline… wenn Sie von Dubai sprechen, sprechen Sie wahrscheinlich von Emirates und die haben nach meiner Kenntnis, glaub’ ich,  Flugrechte für 5 Flughäfen, bin da jetzt nicht ganz sicher, und die können entscheiden, welche sie nehmen. Die haben sich heute, glaub’ ich, für Stuttgart, Hamburg, Düsseldorf, Frankfurt entschieden. Die können morgen entscheiden, nicht mehr Stuttgart zu fliegen, sondern Berlin, nach meiner Kenntnis. Und da komme ich wieder zu dem, was ich gerade gesagt habe. Die Airlines können entscheiden, von wo sie fliegen.

Und sie werden das entscheiden nach dem erwarteten Aufkommen, das ist der Punkt. Jetzt zu den staatlichen Regulierungen, warum das nur 5 Flugrechte sind, da kann ich jetzt nichts zu sagen. Dass wir insgesamt sehen, dass Länder… das ist für uns kein Phänomen, das international unbekannt ist. Dass es bestimmte Regulierungen in den Märkten gibt, dass in anderen Ländern noch viel aggressiver… In dem Rahmen müssen sich die ausländischen Carrier dann bewegen, aber sie können sich frei bewegen.

Interview geführt von Mag. phil. Nader Mohamed
verschriftet von Kirsten Mische

Foto: Norbert Fiebig, Präsident des Deutschen Reiseverbandes (DRV)

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