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30/09/2022
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Dipl.-Rest. Mechthild Noll-Minor zu den Restaurierungsarbeiten der Neuzeller Passionsdarstellungen

Einführung:

Restaurierung der Neuzeller Passionsdarstellungen:

Durch die großzügige und langfristige Förderung der Beauftragten der Bundes- regierung für Kultur und Medien (BKM), der Ostdeutschen Sparkassenstiftung mit der Sparkasse Oder-Spree und des Ministeriums für Wissenschaft, tung Forschung und Kultur (MWFK) ist das Brandenburgische Landesamt für Denkmalpflege und Archäologische Landesmuseum (BLDAM) zusammen mit der Stifung Stift Neuzelle in der Lage, im vierten und fünften Restaurierungsabschnitt die seit über 20 Jatian laufende Restaurierungskampagne abzuschließen. Seit Anfang März 2021 befinden sich die Kulissen des Bühnenbildes „Palasthof“ sowie sieben Szenen unterschiedlicher Bühnenbilder (Gebet Jesu am Ölberg), (verhör Jesu vor Hannas), (Jesus vor Herodes), (Geißelung Jesu) (Domenkrönung Jesu), (Ecce homo) und (Grablegung Jesu) in der Restaurierungswerkstatt des BLDAM, damit zukünftig im Museum „Himmlisches Theater“ in Neuzelle weitere Szenen der Passionsdarstellungen erlebt werden können. Nach Abschluss der Restaurierungs- kampagne 2025 wird das Museum im Kloster Neuzelle in der Lage sein, jeweils zwei der insgesamt 15 Szenen im Wechsel der Offentichkeit zu präsentieren. Alle anderen nicht gezeigten Szenen werden konservatorisch vorbildlich im Depot des Museums im Kloster Neuzelle aufbewahrt.

Zu den Kulissen des Heiligen Grabes:

Das Heilige Grab in Neuzelle gehört als Kulisse zum Typ der illusionistischen Raum- architekturen. Es wurde um 1751 vom Künstler Johann Seyfried im Auftrag des Klosters Stift Neuzelle geschaffen. Es sind weltweit noch 30 Kulissenheiliggräber aus dem 18. Jahrhundert und eine viel größere Anzahl aus dem 19. Jahrhundert erhalten. Das Neuzeller Heilige Grab kann vor allem wegen seines Wortreichtums als Bilderpredigt päpsticher Propaganda verstanden werden. Sie richtete sich in einem protestantischen Umfeld, sowohl vor allem gegen die reformatorische Sicht der Eucharistie als auch gegen aufklärerisches Gedankengut. Das Neuzeller Heilige Grab mit seinem Umfang von 14 Passionsszenen und der Auferstehungsszene mit fast lebensgrolßen Figuren in fünf Bühnenbildern ist europaweit einmalig. Von den rund 240 großformatigen Tafeln und Leinwänden haben sich 229 erhalten. Das Neuzeller Heilige Grab nutzt theatralisch die Mittel und Möglichkeiten barocker Inszenierung. Aus kunsthistorischer und restauratorischer Sicht spektakulär ist die Tatsache, dass die barocken Theaterelemente authentisch erhalten sind und nicht übermalt wurden.

Quelle für die Rede von Dipl.-Rest. Mechthild Noll-Minor auf der Pressekonferenz des Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologischen Landesmuseums zu den Restaurierungsarbeiten der Neuzeller Passionsdarstellungen, am 01.11.2021 in Wünsdorf in Youtube (s. unten!)

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