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19/05/2022
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Entwicklungspolitischer Bericht 2021

Dr. Gerd Müller, Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

Eberhard Brandes, Geschäftsführender Vorstand „WWF Deutschland“

Dr. Dagmar Pruin, Präsidentin „Brot für die Welt“

BKZ: Vor einigen Jahren waren Sie unzufrieden mit der Klimapolitik der Parteien. Sind Sie jetzt optimistischer mit der nächsten Bundesregierung in der wahrscheinlich auch die Grünen regieren?

Brandes: Noch gibt es einen Beschluss in Verhandlung zu gehen, das heißt über die Ergebnisse der neuen Bundesregierung kann man noch gar nicht so viel sagen. Wir hoffen natürlich das Beste. Ich glaube der Handlungsdruck ist enorm. Was mir unheimlich wichtig ist, es geht bei weitem nicht nur um Klima, es geht auch um die biologische Vielfalt, die eigentlich wichtiger ist, um das nochmal ganz klar zu sagen und beides ist in einem sehr sehr engen Zusammenhang. Der Handlungsdruck ist enorm, aber es geht bei weitem in einer Demokratie nicht immer nur auf die Regierung zu schauen, sondern ich schau auf uns selbst. Wir haben das Wissen. Jeder von uns kann das Wissen haben, wie man sich verhält und vor allem jedes Unternehmen und jeder Unternehmer. Ehrlich gesagt, die Instrumente liegen alle auf dem Tisch, man muss jetzt nur tun. Ich glaube was gefordert ist, ist Tatendrang und Entschlossenheit, vor allem Entschlossenheit, das erwarte ich von einer neuen Regierung. Und mein Kommentar damals, ich erinnere mich noch, ging vor allem darauf, dass wir enorm aufpassen müssen, dass nicht Fachthemen bestimmten parteiinternen Bedürfnissen untergeordnet werden, sondern ich hoffe, dass durch die neue Konstellation die Regierung jetzt mutig ist sich wirklich nach den fachlichen Erkenntnissen zu richten und umzusetzen. Die Bevölkerung erwartet das.

BKZ: Herr Müller, Sie werden nicht weiter Minister in der nächsten Bundesregierung sein. Haben Sie jetzt eine langfristige Strategie für den Schutz des Klimas, der Wälder und Tiere? Oder wird das neue Ministerium eine neue Strategie entwickeln?  

Müller: Politik besteht natürlich im Wechsel und ich halte das auch für gut nach zwei Perioden nach acht Jahren ein solches Ministerium weiterzugeben. Auf Seite 303, ich weiß es liest kaum jemand den Bericht, haben wir die Welt im Jahr 2050 dargestellt und das ist das Eine, was ich sagen will, wir müssen perspektivisch denken über Koalitionsverhandlungen, über eine vier Jahresrhythmus hinaus die Natur, die Tierartenwelt ist nicht im vier Jahresrhythmus und wir müssen zweitens Internationalität auch in der deutschen Politik, ob es die Umwelt- oder die Wirtschaftspolitik ist viel viel stärker abbilden. 1% der Menschheit Deutschland in einer globalen Welt, das sind glaub ich zwei wichtige Botschaften.

BKZ: Man verbindet „Brot für die Welt“ mit vielen Zielen. Jetzt müssen Sie von der Politik in Richtung Klimaneutralität in den Ländern in denen Sie tätig sind geführt werden. Müssen Sie viel Geld für Klimaneutralität ausgeben und viele Projekte initiieren oder bleiben Sie bei denselben Themen, wie Bildung?

Pruin: Ja, ich hoffe ich habe Ihre Frage richtig verstanden, wenn nicht fragen Sie gerne nochmal nach. Ich würde nicht sagen, dass Brot für die Welt von der Politik in Richtung Klimaprojekte geführt worden ist, sondern Klimaprojekte haben immer auch schon für Brot für die Welt eine große Rolle gespielt, weil die Klimakrise, ich würde nicht von Klimawandeln, sondern von Klimakrise sprechen, natürlich den Hunger in der Welt massiv und dramatisch verstärkt. Und von daher gerade wenn auch Hungerbekämpfung nach wie vor eins unserer wichtigsten Ziele ist, spielt der Kampf gegen die Klimakrise und die Ermächtigung von unseren Partnerinnen und Partnern Projekte zu schaffen mit denen sie gegen diese Klimakrise anarbeiten können für uns immer eine zentrale Rolle und biblisch gesprochen ist es, das Moment der Bewahrung der Schöpfung, was natürlich für ein kirchliches Werk immer von besonderer Bedeutung ist und auch sein wird, egal wie die Politik sich entscheidet, aber ich bin zuversichtlich, dass in der neuen Regierung dort auch gute Weichen gestellt werden.

Interview geführt von Mag. phil. Nader Mohamed
verschriftet von Rauja EL Khatib

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