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19/05/2022
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Christian Hochfeld (Direktor Agora Verkehrswende) über die Reaktivierung der stillgelegten Bahnstrecken

Foto Quelle: Agora-verkehrswende.de

Nader Mohamed (Berliner Kriminalitätszeitung):Nader Mohamed, Berliner Kriminalitätszeitung. Meine Frage ist an Herrn Hochfeld. Ich habe einen Vorschlag vermisst bezüglich der Reaktivierung der stillgelegten Bahnstrecken. Das war – Sie haben das jetzt gerade nicht gesagt, ich habe genau zugehört und das hier auch nicht gefunden. Vielleicht irgendwie ausgedrückt, aber ich habe ihre Vorschläge nicht gefunden. Das sind 3600 km und im Jahr 2019 waren nur 106 km reaktiviert. Sie haben das nicht erwähnt. Lohnt es sich nicht so etwas zu tun, oder?

Christian Hochfeld (Direktor Agora Verkehrswende):
Doch, das lohnt sich sehr und wir haben ja im Prinzip auch beim, ähm, sozusagen Bündel 32, ähm, das Thema Eisenbahnnetzausbau. Jetzt müssen Sie vielleicht hier an der Stelle etwas Nachsicht mit uns haben, dass wir auch so im Kurzen oder in so einem kurzen Abschnitt nicht ganz ins Detail gehen können. Aber für, ähm, den Ausbau des Eisenbahnnetzes spielt natürlich auch die Reaktivierung alter Strecken und stillgelegter Strecken eine wichtige Rolle. Dafür wichtig von der Frage der Politikinstrumente ist, dass wir bei der Bundesverkehrswegeplanung wieder mehr Finanzmittle nicht in den Ausbau des Straßennetzes, sondern in den Ausbau des, ähm, Schienennetzes stecken. Und deshalb fokussieren wir uns hier auf eine sozusagen Revision und auch auf eine Reform des Bundesverkehrswegeplans, um mehr Finanzmittel in den Ausbau der Eisenbahnnetze zu stecken und damit auch in die Reaktivierung der stillgelegten Strecken.

Moderatorin:
Noch Fragen?

BKZ:
Zusatz. Mit wie vielen Kilometern rechnen Sie in dieser Legislaturperiode, in diesen 4 Jahren? Also, hier waren es 2019 106 und wenn Sie reden und es zu einem Schwerpunkt für die nächste Bundesregierung machen, dann sind 106 pro Jahr für mich zu wenig.

Hochfeld:
Absolut. Geb ich Ihnen vollkommen Recht. Allerdings muss man, ähm, berücksichtigen und das macht die Verkehrswende und gerade auch sozusagen der modale Shift, also der Wechsel hin zu, ähm, sozusagen öffentlichen Verkehrsmitteln, zur Bahn, etwas schwierig, dass wir halt sehr lange Laufzeiten und Planungs- und Bauzeiten haben im Moment, äh, bei den schienengebundenen Verkehren oder bei den schienengebundenen Infrastrukturen. Deshalb, und das werden Sie auch finden in den Vorschlägen, setzen wir uns sehr stark ein für die Beschleunigung der Planungs- und Bauprozesse für alle Infrastrukturen, die wir für das Thema Klimaneutralität 2045 brauchen und deswegen kann ich Ihnen jetzt keine genaue Kilometeranzahl nennen, weil am Ende des Tages sozusagen, ist das, was im nächsten Jahr gebaut wird, schon vor langen Jahren geplant gewesen. Das heißt, die Veränderung werden wir erst in den nächsten Jahren nach und nach sehen. Und deswegen bitt ich Sie um Nachsicht, dass ich Ihnen jetzt keine konkrete Zahl für die nächsten Jahre nennen kann, weil sie wirklich auf Planung einer alten Bundesregierung auch beruht.

Interview geführt von Mag. phil. Nader Mohamed
verschriftet von Annabell Cassel

(ab 21:03)

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